Andacht April 2019

Unser Monatsspruch für April

Jesus Christus spricht: 

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage, 

bis an der Welt Ende.“

 (Mt 28,20)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

Nicht nur unsere Konfirmandinnen, von denen wir einiges lesen und sehen werden in diesem Gemeindebrief, haben gelernt, dass das Versprechen Jesu am Ende des Matthäusevangeliums auch den Abschluss des sogenannten Taufbefehls bildet: „Geht hin in alle Welt, und… lehret und tauft…“ Und Jesus verspricht seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern, immer bei ihnen zu bleiben.

Das ist verbindlich. Darauf ist Verlass. Wie anders und unverbindlich geht es da oft unter uns zu. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Grenzen des Anstands und des Rechts willkürlich verschoben werden. Vereinbarungen werden getroffen und dann wieder schnell revidiert. Einzelfall-Entscheidungen haben Vorrang. Wonach soll man sich richten?

In der „großen“ Politik werden Umweltabkommen zugunsten wirtschaftlicher Interessen über den Haufen geworfen. Was nützt die Einhaltung von Richtlinien, wenn sich andere Länder nicht darum scheren.

Blicken wir in unser gesellschaftliches und gemeindliches Leben, dann erkennen wir Ähnliches: Viele Menschen machen sich nicht mehr die Mühe zu fragen: Was gibt es etwa auf den Friedhöfen zu bedenken? Wie verhalte ich mich da? Was muss ich genehmigen lassen? Oder das Thema Kirchgeld: Viele denken, das wäre eine freiwillige Spende. Und wie genau halten wir es mit dem Lohnsteuerausgleich? Ich denke, jeder könnte da etwas anführen, was er oder sie anders oder besser oder einfach ehrlicher machen könnte.

Die Passionszeit war schon immer eine Busszeit. Wer über sein Leben nachdenkt und auf Gott blickt, der sieht, was bei ihm schief läuft. 

Wer auf Gott blickt, der sieht auch, dass unser Gott treu ist. Und verbindlich!

Wenn Christus für die ganze Welt da ist und seinen Frieden für alle will, dann hat das auch mit meinem Leben gegenüber meinen Mitmenschen und meinen Mitgeschöpfen zu tun.  Meine Christusbeziehung und seine Bewährung im persönlichen und öffentlichen Leben gehören untrennbar zusammen. Dietrich Bonhoeffer hat diese Zusammengehörigkeit im Mai 1944 so zum Ausdruck gebracht: „Beten, Tun des Gerechten und Warten auf Gottes Zeitdas ist es, worum es beim Christsein geht.“

Im Gebet immer wieder Kraft zu bekommen, sich immer wieder von Gott Orientierung geben zu lassen, das ist die Basis. Im Tun des Gerechten, sowohl im persönlichen als auch im öffentlichen Leben die Liebe Gottes auszustrahlen, die sich uns im Beten immer wieder von Neuem erschließt – darin bewährt sich der Glaube. Und im Warten auf Gottes Zeit mit der Erfahrung von Tod, Unrecht und Gewalt umzugehen und aus der Kraft der Hoffnung zu leben – das ist das einmalige Angebot, das der christliche Glaube uns macht. 

Deswegen haben wir allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu gehen, Zuversicht im Blick auf die Kirche, aber genauso Zuversicht mit Blick auf die Welt. Christus ist unser Friede! Und er ist der Friede der ganzen Welt, und zwar alle Tage, bis an der Welt Ende.

Ihr Pfarrer Johannes Raithel 

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