Andacht Februar 2021

Unser Monatsspruch für Februar 

Jesus Christus spricht: 

„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ (Lk 10,20)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

ein letzter Gruß vom Weihnachtsfest mag dieses Bild sein, das ein Detail an der Tauberzeller Krippe festhält: ein Hirtenjunge zerrt seine Ziege in seine Richtung. Oder ist es umgekehrt? Wird der Knabe Herr über sein Tier? – Mensch und Tier gehen weg von der Krippe, die Heilige Familie bleibt zurück. Eine Ziegenmutter säugt ihr Junges. Das Leben geht weiter. 

Ein Vergleich zu uns Menschen legt sich nahe: Womit gehe ich weiter, welche Erlebnisse nehme ich mit von der Krippe und der Weihnachtsbotschaft? Bleiben positive Erfahrungen, vielleicht Glücksmomente, die mir nun auch im Alltag helfen, meine Dinge zuversichtlich zu erledigen? Oder vielleicht sogar mit Freude?

Von Freude ist auch in unserem Monatsspruch die Rede.  „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ 

Für manche wirkt dieser Satz aus heutiger Sicht zynisch: Freude? – Eher Frust! Sicher geht es nicht nur mir so in diesen Tagen: es ist, als ob ich  hineingestolpert sei ins neue Jahr 2021. Und schon ist es Februar geworden! Viele Menschen sind verunsichert, weil die Perspektive fehlt: „Wie lange dauert der Lockdown noch? Halte ich das aus: psychisch, sozial, wirtschaftlich“ – „Müssen wir Angst haben vor dem veränderten Virus? Hilft der Impfstoff?“

Jesus fordert seine Jünger zur Freude auf. Der Evangelist Lukas berichtet, dass er 72 Jüngerinnen und Jünger in die Welt ausgesendet hat, nachdem er ihnen Vollmacht gegeben hat, Gutes zu wirken. Dabei haben sie nichts Gutes zu erwarten („Ich sende euch wie Schafe unter Wölfe.“) 

Sie kehren zurück und berichten stolz von dem, was sie geschafft haben. Das Evangelium traf auf guten Boden, sie konnten sogar Heilungen vollbringen und Dämonen austreiben. – Schlechte Nachrichten und Fake-News, Verschwörungstheorien, Dinge die uns durcheinander bringen und den Glauben an das Gute in uns zerstören. – Das sind diese Dämonen heute.

All das konnte den Jüngern scheinbar nichts anhaben, weil sie stärker waren: Jesus hatte sie mit seinem Geist bevollmächtigt.  Wahrscheinlich haben sie sich mit ihren Erfolgs-Berichten gegenseitig zu übertrumpfen versucht. 

Doch Jesus gibt ihnen zu verstehen, dass das alles nicht wichtig sei. Von Bedeutung ist nur, dass ihre Namen im Buch des Leben stehen. In diesem Buch geht es in der biblischen Tradition nicht um Listen oder um ein Tagebuch von guten und schlechten Taten, von Gelungenem und Misslungenem – Wie es der Nikolaus in seinem Goldenen Buch dabei hat.

Es geht vielmehr darum, dass Gott von Beginn an „JA“ sagt zu meinem und Deinem Leben. Ohne dass ich dafür eine Vorleistung erbringen könnte. Erfolge, aber auch Misserfolge und schlechte Erfahrungen können wir im Vertrauen auf Gottes Vollmacht dem allen unterordnen und Gottes Fürsorge anvertrauen. 

Als Christen leben wir von der Gnade und Fülle Gottes, die er uns in diesem Kind in der Krippe gezeigt hat und mit der er uns weiter begleiten wird, auch und vor allem in diesem Jahr! 

Mancher Weg mag schon schwierig gewesen sein. Es ging nur mit Widerständen schleppend vorwärts. Diese gebärden sich schon einmal wie ein störrisches Tier an der Leine. Und viele Menschen fühlen sich sehr einsam in diesen Zeiten.  Aber Gott hat uns nicht vergessen. Er kennt jede und jeden beim Namen.

Herzlich grüßt Sie Ihr Pfarrer Johannes Raithel 

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