Andacht Oktober 2022

Wort zur Kirchweih
Jesus Christus spricht:
„Steig herunter, denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“
(Lk 19, 5b)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserin, lieber Leser,
es ist wieder soweit. Im September und Oktober werden die Kirchweihen bei uns gefeiert. Das Wort, das dieser Andacht voransteht, stammt aus der Geschichte vom Zöllner Zachäus, die als Evangelium im Kirchweihgottesdienst gelesen wird.

Viel wird vorbereitet, wenn Großes ansteht. Der Grund dafür in der biblischen Geschichte ist, dass Jesus kommt und sogar bei Zöllnern und Sündern zu Gast sein will. Alle sind aus dem Häuschen!
Hektisches Treiben ist auch in unseren Dörfern angesagt, wenn die Kirchweih ansteht. Hand in Hand bereiten die Kerwa-Madli und -Buben alles vor. Hier gibt es einen Tanz, dort einen bunten Abend, Schlachtschüssel und Kiachli müssen dabei sein. Und dann am Sonntag der Kerwa-Umzug, bei dem Ereignisse des zurückliegenden Jahres aufs Korn genommen werden. Auch in den Familien ist man geschäftig unterwegs. Die Verwandten kommen. Der herbstliche Garten wird nochmal gemäht, das Haus geputzt, Verpflegung eingekauft und Essen vorbereitet. Jetzt können sie kommen. Kirchweih auf dem Land kostet Zeit und Kraft!

In dem für das Kirchweihfest vorgeschlagenen Evangelium erfährt jemand neu, was es bedeutet, wenn Jesus kommt. Die in ihrer Vorbereitung Beschäftigten bekommen von dem besonderen Gast wenig mit. Sie können sich gar nicht öffnen für die Begegnung mit ihm.

Der Zöllner ist nicht dabei in der (Dorf-)Gemeinschaft. – Selber schuld! Er bekommt seinen Kragen nicht voll. Das wissen die Leute und lassen ihn nicht dabei sein. Doch dann darf er erfahren: Jesus kommt auch und gerade zu mir. Jesus durchbricht die Grenze und holt ihn herein in die Gemeinschaft. „Ich will dein Gast sein! Gerade du brauchst meine Nähe!“ – Zachäus kann nur dankbar reagieren auf die Güte und Barmherzigkeit Jesu. – „Komm Jesus, kehr bei mir ein! In meinem Haus ist Platz! In meinem Herzen auch!“

So geht ein Segen aus von dieser besonderen Begegnung mit Jesus. Bis heute ist das so. Wo ich Gottes Nähe erfahre, werde ich verändert – und freue mich.

Ausdruck der Freude beim Singen: der wieder gegründete Gesangverein Adelshofen beim ersten Auftritt in der St.-Nikolaus-Kirche.

Du, Gott, hast dir aus vielen Zungen der Völker eine Kirch gemacht,darin dein Lob dir wird gesungen in einer wunderschönen Pracht,
die sämtlich unter Christus stehen als ihrem königlichem Haupt
und in Gemeinschaft dies begehen, was jeder Christ von Herzen glaubt. (EG 250,3)

Ihr Pfarrer Johannes Raithel

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