Andacht Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. 1.Kor 7,23

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

Veränderungen bestimmen in immer kürzeren Abständen unser Leben. Wir müssen uns verändern, weil sich alles um uns herum verändert. Ich stelle mir die Frage warum das bei den meisten Menschen statt mit Freude am Neuen meistens mit einer großen Angst einhergeht.

Das größte Problem liegt in meinen Augen darin, dass Veränderung mit einem persönlichen Verlust verbunden wird.

  • Nehme ich den Umweltschutz ernst soll ich nicht unnötig Auto fahren.
  • Möchte ich gesunde Lebensmittel muss ich mehr Geld ausgeben und vielleicht auf unmäßigen Fleischkonsum verzichten.
  • Möchte ich gute Kleidung kann ich nicht jede Mode mitmachen, gerade wenn ein neues T-Shirt nur fünf Euro kostet.
  • Die Arbeitswelt verändert sich und ich habe Angst um mein Auskommen

    Das sind nur einige Beispiele, jeder kann sich weitere ausdenken. Was macht aber diese Angst aus?

    Ich glaube, wir leben oft in der Vergangenheit und denken uns mögliche Zukunftsszenarien aus, die in der Regel eher schlecht ausfallen. Dazu reicht ein kritikloser Medienkonsum aus. Angeblich sind wir mittlerweile

  • ein islamischer Gottesstaat, ausgelöst durch die Flüchtlinge
  • schon lange gestorben und das schon mehrfach – an der Vogelgrippe, dem Rinderwahnsinn, an Sars, der Schweinepest und noch einmal am aktuellen Corona-Virus
  • alle werden arbeitslos, weil sich die Industrie und die Landwirtschaft verändert

    Ich habe auch eine Vergangenheit, im Guten wie im Schlechten. Wir sind 1998 aus Nürnberg in ein Dorf namens Haardt gezogen, ohne dass ich wusste was mich hier erwartet. Ich habe meine Arbeit als Fotolaborant verloren und bin jetzt Programmierer. Und beides habe ich nicht bereut!

    Hier habe ich andere Gemeinschaften und Freundschaften gefunden, ich kann mich beruflich und ehrenamtlich weiterentwickeln.

Was also soll mir Angst machen?

Hier mein Tipp: Leben Sie in der Gegenwart, im Hier und Jetzt! Und ich kann Ihnen versichern, das Leben war noch nie so lebenswert wie heute. Ich führe ein persönliches Tagebuch – und da wird nur das aufgeschrieben, was sich in meinem Leben positiv auswirkt:

  • ein schönes Gespräch während der Zugfahrt
  • eine interessante Tischgemeinschaft bei „Wild und Wein“
  • ein spannender Theaterabend im Bad Windsheim
  • ein gutes Essen
  • echte Freunde besuchen
  • usw.

    Dazu ein Zitat von Mark Twain:
    Ich habe in meinem Leben schon unzählige Katastrophen durchlebt – die wenigsten davon sind eingetreten.

    Wir haben ein Dach über dem Kopf, wir können gemütlich und warm wohnen, haben Essen und Kleidung im Überfluss und in der Regel auch genug Geld.

    Und welcher Schatz steht dazu in der Bibel:

    Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen.
    1 Timotheus 6:7-8

    Seid nicht geldgierig, und lasst euch genügen an dem, was da ist. Denn er hat gesagt: »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.«
    Hebräer 13:5

    Das Titelbild symbolisiert den einen entscheidenden Moment in der Gegenwart. Das Licht hat gepasst, die Kirche war leer und keine Wolke verdeckte das Motiv.

    Ihr Thomas Ohme

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