Andacht August 2019

Unser Monatsspruch für September

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Mt 16,26

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

es wird viel über Freiheit gesprochen: Reisen, wohin man gerne möchte, Autofahren ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, Essen, worauf man gerade Appetit hat. Vieles davon ist heute problemlos möglich und jeder geht wie selbstverständlich davon aus, dass einem das auch zusteht. Ein Zitat aus Wikipedia:

Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

Viele von uns haben das Geld sich alle diese Wünsche zu erfüllen, man arbeitet hart und darf sich danach auch vergnügen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.

Was sollte ich dabei aber beachten?

Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Galater 5,13

Dieser Bibelvers macht mir deutlich, dass ich aufgefordert bin frei zu entscheiden. Ich muss aber auch wissen, dass jede Entscheidung, die ich treffe nicht nur mich betrifft. Auch mein Partner, die Nachbarn, die Gemeinde, die Gesellschaft als Ganzes wird davon beeinflusst. Bin ich Christ will ich Vorbild sein, obwohl ich weiß, dass das auf Grund  meiner eigenen Unzulänglichkeiten fast unmöglich ist.

Gebt aber acht, dass nicht die Freiheit, die euer Verhalten bestimmt, die Schwachen in der Gemeinde zu Fall bringt. 1. Korinther 8,9

Ich muss aufpassen, dass sich mein Verhalten so positiv wie möglich auf andere auswirkt. Das fängt damit an, wie mobil ich sein will. Muss ich jedes Jahr in den Urlaub fliegen? Muss ich im November Erdbeeren essen, muss Fleisch zwei Euro pro Kilo kosten? Muss ich jede Veranstaltung, jedes Event, egal wie weit entfernt besuchen, vielleicht nur um Mitreden zu können?

Der Bibelvers gibt uns eine klare Anleitung dazu. Wir sind heute nicht nur die Gemeinde Adelshofen, wir sind eine weltweite Gemeinde. Alles, was ich tue wirkt sich möglicherweise ganz woanders aus, was ich trotz Internet nicht erfahre.

Ein fremdes Gewissen darf sich allerdings nicht zum Richter über meine Freiheit machen. 1. Korinther 10,29

Mir ist jedoch wichtig, dass ich selbst und in größtmöglicher Verantwortung meine Entscheidungen treffe. Viel zu oft werden ganz schnelle, ganz einfache Antworten gegeben. In der Politik, bei Demonstrationen, an Stammtischen.

Ich bin kein Spezialist bei vielen Themen, ich muss mich an Informationen halten, die ich aus Nachrichten und Zeitungen bekomme.

Bei all dieser Flut wird es immer schwieriger, das heraus zu filtern, was mich wirklich betrifft, was Sensationslust ist, was bedeutungsvoll für mein Leben ist.

Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. Was allerdings sehr einfach ist , ist sich an die Bibel zu halten. Trotz ihres Alters ist genau dieses Thema heute vielleicht aktueller denn je. Denn die Bibel folgt nicht dem sogenannten Zeitgeist, sondern vermittelt mir die Werte, die für mich unmittelbar und unbestreitbar wichtig sind.

Ich möchte weder kurzfristigen Lösungen von Politikern folgen, die natürlich wiedergewählt werden wollen und davor zurückschrecken unpopuläre Entscheidungen zu treffen noch Populisten, die auf alles sofort eine Antwort haben.

Deswegen haben mich die genannten Sprüche aus Korinther und Galater wieder einmal angeregt über die Freiheit und die Verantwortung, die mir Gott geschenkt hat, nachzudenken. Und dabei geht es mir nicht um Verbote und Vorwürfe an andere sondern mein eigenes Verhalten zu reflektieren. Nur so kann ich wirklich frei sein.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Galater 5,1

Ihr Thomas Ohme

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