Andacht Dezember 2020

Unsere Jahreslosung für 2021

Jesus Christus spricht: 

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

(Lk 6,36)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

„So ein schlimmes Jahr habe ich noch nie erlebt.“ sagte mir neulich ein älterer Herr aus der Gemeinde. Selbst der Krieg, dessen Anfang und Ende er schon erlebt habe – und die Notzeiten danach – ließen ihn zu diesem Urteil kommen.

Solche und andere Vergleiche sind schwierig: Jeder Tag hat seine eigene Plage, wie Jesus in der Bergpredigt sagt. Und jede Zeit hat auch ihre besonderen Herausforderungen. 

Wir jünger Geborenen wissen zum Glück nur vom Hören Sagen oder aus den Geschichtsbüchern, was Krieg bedeutet. Wenn wir aufmerksam das Weltgeschehen beobachten und daran Anteil nehmen, bekommen wir die Brutalität und Menschenverachtung mit, die jedem Krieg gleich ist. 

Ich würde unsere gegenwärtige Situation in der „Covid19-Pandemie“ darum nicht mit Kriegszeiten vergleichen, wenngleich es in den Diskussionen um die Corona-Schutzmaßnahmen manchmal sehr aggressiv zugeht, auch verbal. Die aufgeladene Stimmung begegnet einem schon mal in der Nähe, etwa im Supermarkt…

Für mich ist das alles auch ein Zeichen dafür, wie unerlöst die Welt ist – und schon immer war – und wie sehr sie sich nach Erlösung und Frieden sehnt? Es ist wichtig, den aufgeheizten Emotionen mit Vernunft und Vertrauen zu begegnen. Das ist nicht einfach.

Gottes Wort als Zuspruch und Anspruch will uns dafür die nötige Kraft und Weisheit geben. Jesus fordert Barmherzigkeit, mit der wir  als Kinder Gottes auf die Barmherzigkeit des Vaters antworten sollen. Mit dem liebevollen Blick des Vaters hat Jesus die Welt angeschaut. Aus reiner Liebe ist Gott in diese Welt gekommen, um sie zu erlösen. In der Nachfolge Jesu sollen und können wir unsere auch mit Gottes barmherzigem Blick sehen  und dementsprechend handeln. Darum kann das Wort der Jahreslosung wie ein Leitstern sein auf dem Weg in ein neues Jahr, das wohl noch eine Zeit lang von der Pandemie geprägt sein wird. 

Für viele Menschen ist die gegenwärtige Situation freilich schlimm. Es ist schwer, auf vertraute Begegnungen zu verzichten. In der Kirche und in unseren Kirchengemeinden wollen und können wir uns weiterhin treffen und die Frohe Botschaft in Wort und Tat unter die Menschen bringen. 

Wie wir das konkret umsetzen, das können Sie, liebe Leserinnen und Leser, in diesem Weihnachtsgemeindebrief lesen. 

In allem, was wir tun, sollen wir im Sinne Jesu barmherzig sein. Gott wird uns auch die Kraft für diese Haltung schenken. Wir zünden damit ein Licht an für die Welt und lassen „unsere Lichter brennen“.

 Nun gehen wir zu auf Weihnachten und den Jahreswechsel: Trotz mancher Veränderungen bleibt die Botschaft des verheißenen Friedens beständig und findet ihren Weg, etwa wenn wir singen: „Welt ging verloren, Christ ward geboren.“ 

Lassen wir in Jesu Namen nicht nach, das Beste zu hoffen und unsere Welt und Umwelt damit hell zu machen.  

Ein liebevolles Weihnachtsfest und viel Zuversicht für das neue Jahr wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Johannes Raithel 

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