Andacht August 2020

Unser Monatsspruch für August

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke. Das erkennt meine Seele.  (Psalm 139,14)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

„Ich bin schon froh, wenn ich jeden Morgen aufstehen kann!“ Diesen Satz höre ich oft, gerade wenn ich ältere Menschen und Kranke besuche. Ja, manchmal fällt es mir schwer, mich da gut einzufühlen. Aber ich spüre die Sehnsucht der Kranken nach einem gesunden Geist und einem heilen Körper.

Manchmal erkennt meine Seele nicht, was Gott mir jeden Tag schenkt. Dann stimme ich ein in das Klagen so vieler: etwa, wie schlimm alles geworden ist in der Natur und gerade jetzt mit „Corona“, und mit der Gesellschaft sowieso, dass nichts mehr normal ist und niemand sich mehr an die Gesetze hält“ usw..  Wenn Sie, liebe Leser, da miteinstimmen können, dann fragen Sie sich doch bitte auch, ob Sie noch etwas Gutes sehen. Falls nicht, dann ist ihre Seele erkrankt und sie „erkennt“ eben nichts.

Doch wie kommen Sie und komme ich aus diesem Denken wieder heraus? Sollen wir die Augen vor dem verschließen, was nicht gut ist und so tun, als gäbe es nichts Schlimmes?

Der Beter unseres Psalmwortes hat eine andere „Taktik“. Er sieht genau hin und erkennt im Blick auf Gott – also im andächtigen Gebet – was Gott ihm jeden Tag schenkt.

Auch wenn die Natur in diesen Tagen unter Hitze leidet und die Wiesen braun geworden sind, erkenne ich, dass es doch viele fruchtbare Böden bei uns gibt und dass ich selbst immer wieder Kraft bekomme, meine Dinge zu tun.

Meine Kraft schöpfe ich persönlich aus zwei Dingen: aus dem Gebet und aus der Begegnung mit Menschen, die mir Gott zur Seite stellt – jeden Tag und eigentlich, wenn ich darüber nachdenke, schon mein ganzes Leben lang. „Wunderbar sind seine Werke!“

Freuen Sie sich darüber, dass Sie wunderbar gemacht sind? Dann stimmen Sie mit ein in Paul Gerhardts Choral: „Dass unsere Sinnen wir noch brauchen können, und Händ´und Füße, Zung´ und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren!“ (447, 3)

Ihr Pfarrer Johannes Raithel

Kommentare sind geschlossen.